Reisebericht: Türkei mit dem Wohnmobil

Türkei mit dem Wohnmobil

Mai/Juni 2011


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Es war ein großes Erlebnis! Fünf Wochen waren wir unterwegs im Mai/Juni 2011 und sind über 8.000 km gefahren. Zwei Dinge haben uns besonders beeindruckt: Die Landschaft (vor allem in Kappadokien) und die Freundlichkeit der Menschen.

Aus der Fülle der Eindrücke und weit über tausend Fotos habe ich für diesen Bericht eine kleine Auswahl getroffen; hinzu kommen einige praktische Tipps für diejenigen, die eine solche Reise noch vor sich haben.


Reiseroute Türkei
Reiseroute


Tipp: Bei uns hatten wir den Band “Mit dem Wohnmobil durch die Türkei (Der Westen)“, Aufl. 2010, den Reiseführer Türkei aus dem Michael-Müller-Verlag, die Straßenkarte Türkei (1:800 000, Ausg. 2010) von Marco Polo und natürlich ein Wörterbuch.

Als äußerst nützlich erwies sich das Anfang Mai 2011 gekaufte Navigationsgerät Medion GoPal E4240, das grenzüberschreitend durch 45 Länder einschließlich der Türkei führt. Es kannte in der Türkei tatsächlich jede kleine Nebenstraße. Ohne dieses Gerät hätten wir uns manchmal vielleicht gar nicht von den Durchgangsstraßen weggewagt, häufig lange gesucht und manches überhaupt nicht gefunden.



1. Allgemeine Tipps

Anreise in die Türkei mit dem Wohnmobil

Es gibt im Prinzip zwei Anreisemöglichkeiten, nämlich den reinen Landweg über den Balkan oder die Einbeziehung einer Fähre von Italien nach Griechenland – und diese beiden jeweils in mehreren Varianten. Falls man nicht von vornherein eine Möglichkeit ausschließt, sollte man einmal Kosten (Treibstoff, Maut, Fährpreis) und Zeitaufwand durchrechnen.

Die Entscheidung wird von vielen Faktoren beeinflusst:

  • Ausgangspunkt (von Freiburg sind die Entfernungen anders als von Dresden)
  • Fahrzeuglänge (Fährpreis)
  • Fahrzeuggewicht (über 3,5 t evtl. Go-Box in Österreich)
  • zur Verfügung stehende Zeit.

Anreisewege in die Türkei
Anreisewege (zum Vergrößern anklicken)



Der Landweg in die Türkei

Der aus den meisten deutschen Regionen günstigste Landweg führt über Österreich (Linz, Wien), Ungarn (Budapest), Serbien (Belgrad, Niš) und Bulgarien (Sofia) nach Edirne. Die Strecke über Slowenien (Maribor) und Kroatien (Zagreb) nach Belgrad ist zwar ungefähr gleich lang, durch die höheren Gebühren in Slowenien und Kroatien aber teurer.

Für Wohnmobile bis 3,5 t reicht in Österreich die Autobahnvignette (7,90 Euro für 10 Tage). Über 3,5 t muss man entweder eine Go-Box haben (das kostet dann über 70 Euro für die Fahrt durch Österreich) oder einfach nur Landstraßen nutzen. Wir sind über die Landstraße an der Donau entlang gefahren und haben kaum mehr als zwei Stunden länger gebraucht als über die Autobahn.

In Ungarn zahlen wir für die Autobahn-Vignette 13 Euro (über 3,5 t, Tagesvignette D2) (Anm.: seit Juli 2013 gibt es nur noch 10-Tage-, Monats- oder Jahresvignetten; über 3,5 t - Kategorie B2 - kostet die günstigste Vignette rd. 50 Euro). Sie ist an der Autobahngrenze bzw. an der ersten Tankstelle erhältlich. Etwas nervig empfand ich die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf der Autobahn für Fahrzeuge über 3,5 t. Es muss wohl einen Grund haben, dass auch alle Lkw ziemlich genau 80 km/h fahren.

In Serbien macht die 3,5-t-Grenze keinen Unterschied. Wir haben von der ungarischen Grenze bis Niš 40 Euro Autobahngebühr (davon Belgrad-Niš 22,50 Euro) bezahlt. An den Mautstellen sind die Preise auch in Euro angezeigt, und sogar zum (nur leicht gerundeten) richtigen Kurs. Ich hatte zur Vorsicht reichlich Euro-Kleingeld dabei, aber erstaunlicherweise wird sogar in Euro herausgegeben.

Alle Schauergeschichten, die man im Internet über den Bulgarien-Transit findet, sind wohl viele Jahre alt und waren wahrscheinlich schon damals maßlos übertrieben. An den Tankstellen hinter der Grenze muss man eine Vignette (Straßenbenutzungsgebühr) für 6 Euro kaufen und an die Scheibe kleben. Auf den ersten 25 km gibt es verdächtig viele Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 60 km/h mit einem dahinter postierten Polizeiwagen, danach ist alles normal. Lediglich die Durchfahrung bzw. Umfahrung von Sofia ist etwas anstrengend.


Mit der Fähre

Für ein Fahrzeug unter 6 Meter Länge ist die Fähre Italien-Griechenland sicher die günstige Variante. Setzt man von Venedig oder Ancona nach Igoumenitsa über, bleiben aber immer noch 800 km durch Griechenland nach Eceabat bzw. 900 km bis Istanbul.

Die schnellste und bequemste Variante ist die Fähre Venedig-Patras, Weiterfahrt nach Piräus, Fähre Piräus-Chios, Fähre Chios-Cesme.

Zum jeweiligen, von der Länge des Wohnmobils abhängigen Fährpreis kommen natürlich noch die Kosten für die Anfahrt zur Fähre. In der Schweiz ist das die Vignette bzw. Schwerverkehrsabgabe oder in Österreich Vignette bzw. Go-Box sowie die Autobahngebühr in Italien.

Für mich war bei 3,85 t und 7,60 m Länge die Kalkulation eindeutig: 

a) Landweg Köln-Eceabat 2.450 km mit insgesamt 59 Euro Gebühren;

b) Köln-Ancona 1.300 km
(da bin ich auf der anderen Strecke schon in Serbien) mit rd. 35 Euro Gebühren in der Schweiz und 40 Euro in Italien, über 200 Euro Fährpreis für eine Strecke, plus Fahrt Igoumenitsa-Eceabat 800 km = 2.100 km; das macht für die Fähre nur 350 km Ersparnis und Mehrkosten von rd. 240 Euro. Bei Abzug des Dieselverbrauchs für 350 km bleiben Mehrkosten von 190 Euro.
Zu den Kostengründen kam allerdings, dass ich nicht vom Abfahrtstermin einer Fähre abhängig sein wollte und ("der Weg ist das Ziel") gern einmal durch Serbien und Bulgarien fahren wollte.

Camping und Stellplätze in der Türkei

Freistehen ist in der Türkei erlaubt. Die meisten Campingplätze gibt es entlang der Küsten, im Inland sind sie eher dünn gesät; viele sind allerdings nur im Sommer geöffnet. Sie kosten außerhalb der kurzen Sommersaison in der Regel zwischen 18 und 30 TL (8 - 13,50 Euro). Die Sanitärausstattung entspricht bis auf wenige Ausnahmen nicht westeuropäischem Standard.


Campingplatz Dusche
Campingplatz Waschbecken

Campingplatz Sanitäranlagen Open Air

Straßen und Verkehr in der Türkei

Der Straßenbau scheint der größte Wirtschaftszweig in der Türkei zu sein. Überall werden die Hauptverbindungsstraßen vierspurig ausgebaut. Oft sind auf 20 oder 30 km Länge neben der Straße zwei weitere Spuren in unterschiedlichem Stadium im Bau. Auffallend ist auch, wie breit die Straßen sind. Oft würde es für vier statt zwei Spuren reichen.

Landstraße Türkei

In krassem Gegensatz dazu steht der Zustand dieser breiten Straßen. Die Beläge sind derart rau und uneben, dass man ständig Angst haben muss, einzelne Möbelteile im Wohnmobil zu verlieren. Daher muss man meist wesentlich langsamer fahren, als es die Straßenführung eigentlich erfordert. Kleinere Nebenstraßen sind oft derart von Schlaglöchern übersät, dass man auf einzelnen Strecken kaum mehr als 30 oder 40 km/h fahren kann. Außer in Städten und deren Umgebung ist meist nicht viel Verkehr.

Autobahnen sind gebührenpflichtig. Die Gebühr kann nicht bar bezahlt werden, sondern man muss eine Prepaid-Karte “KGS“ kaufen und einen Mindestbetrag einzahlen. Wir haben vom Kauf der Karte abgesehen, da wir sie nur einmal für die Umgehung Izmir hätten nutzen können und damit nur einen geringen Teil der Einzahlung aufgebraucht hätten.

Die Fahrweise der Türken könnte man vielleicht als pragmatisch bezeichnen im Gegensatz zu vorschriftenorientiert und rechthaberisch. Ich habe mich schon am ersten Tag gern daran gewöhnt und habe die Umstellung auf der Rückreise als viel unangenehmer empfunden. Beispiele gefällig?

Ein Überholverbot heißt, dass man beim Überholen auf entgegen kommende Fahrzeuge achten soll. Kommt keiner entgegen, kann man überholen; ist die Straße breit genug, kann man auch überholen, der Entgegenkommende weicht dann aus, ebenso der Überholte.
Ein Stoppschild an der Einmündung gilt nur beim Überqueren der Vorfahrtsstraße; ist die Straße breit genug, biegt man ohne falsches Zögern rechts ab, hält sich aber ganz rechts, dann kann ja jeder links vorbei. Auch Ampeln bedeuten oft nur “Achtung“, mehr nicht. Das funktioniert eigentlich alles wie geschmiert und macht Spaß.


Versorgung in der Türkei

(Lebensmittel, Wasser, Medikamente, Diesel, Geld)

Die in Deutschland längst ausgestorbenen “Tante-Emma-Läden“ sind in der Türkei in voller Blüte (dann sollte man sie wohl “Onkel-Ali-Läden“ nennen ?).

Auch im kleinsten Dorf gibt es mindestens einen kleinen Laden mit Lebensmitteln, in den größeren eine Fülle davon. Ansonsten sind Supermarktketten vertreten wie Bim, Migros, kipa. Mehr Spaß macht natürlich das Einkaufen auf Märkten oder in häufig zu findenden Obst- und Gemüseläden, Bäckereien etc.

Das Trinken von Leitungswasser ist nicht zu empfehlen. Trinkwasser kann man in fast jedem kleinen Laden in 5-l-Behältern oder Flaschen günstig kaufen. Unterwegs kommt man häufig an Brunnen vorbei, auf die mit einem blauen Schild mit Wasserhahn-Symbol hingewiesen wird. In den Bergen ist das meist klares und wohlschmeckendes Quellwasser, das wir ohne Probleme auch getrunken haben.

Eine Apotheke (Eczane) gibt es in jedem Ort, meist mehrere; Medikamente sind billiger als in Deutschland.


Tankstelle Türkei

Diesel (Motorin) und Benzin sind in der Türkei sehr teuer (Juni 2011: Diesel 3,48-3,70 TL =1,57-1,67 Euro). Fast alle Tankstellen liegen preislich auf ähnlicher Höhe, aber manchmal, oft Hunderte von Kilometern auseinander, findet man plötzlich eine oder auch zwei oder drei, die bei 3,15 oder 3,19 TL liegen. Da sollte man sofort zuschlagen. Die Gerüchte über mangelnde Dieselqualität sind vielleicht an der syrischen oder irakischen Grenze begründet, ansonsten kann man sie vergessen. Auch wenn es zwei Zapfpistolen nebeneinander für Motorin und “Eurodizel“ gibt, kommt meist beides aus dem selben Tank (das Schild “Eurodizel“ ist nur zur Beruhigung ausländischer Touristen da, hat man mir glaubhaft versichert). Unser Ducato hat klaglos das billigste Motorin konsumiert.

Ich habe noch nie in einem Land so viele Tankstellen gesehen. Oft drei am Ortseingang, am Ende noch einmal zwei, zwischen den Orten welche, im nächsten Ort das gleiche Bild. Wovon leben die bloß ?

Alle Tankstellen auf der gesamten Reise haben eine Kreditkarte akzeptiert. Außer in kleinen Dörfern gibt es in jedem Ort eine oder mehrere Banken mit Geldautomaten, an denen man sich mit Bargeld (Türkische Lira/TL, im Juni 2011 Kurs 1 TL=0,45 Euro) versorgen kann. In Touristenorten sind Preise oft in Euro ausgezeichnet, dabei wird großzügig ein Aufschlag von 10% berechnet.



2. Unsere Türkei-Reise

Anfahrt über Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien

Am Samstag, 14. Mai 2011, geht es los. Wir haben dieses Datum gewählt, weil wir am Nachmittag zu einer Geburtstagsfeier in Hessen eingeladen sind und dann direkt von dort aus weiter fahren können. Am Abend kommen wir noch bis Regensburg und finden in einem Gewerbegebiet neben der Autobahn ein ruhiges Plätzchen für die Nacht.


Wohnmobil

Am Sonntag geht es über Passau und Linz rd. 350 km quer durch Österreich bis zum Wohnmobil-Stellplatz in Deutsch-Jahrndorf im äußersten Südosten Österreichs, ein paar Kilometer vor der ungarischen Grenze. Wir fahren ausschließlich über Landstraßen und sparen so über 70 Euro Autobahngebühren, auch wenn es vielleicht fast zwei Stunden länger dauert. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,85 t (= über 3,5 t) können wir nämlich keine Vignette für 7,90 Euro nutzen, sondern werden wie ein Riesen-Lkw behandelt mit 0,22 Euro Gebühr für jeden Kilometer Autobahn.

Am nächsten Morgen nutzen wir den Landstraßen-Grenzübergang an der B10 nach Ungarn (keine Grenzkontrolle A-H), kaufen dahinter die Autobahn-Vignette für Ungarn und fahren sofort auf die Autobahn in Richtung Budapest.

Tipp: Die Vignette (Matrica) gibt es am Ende des ersten ungarischen Ortes Hegyeshalom rechts an der Agip-Tankstelle. Sie kann in Euro bezahlt werden und kostet bis 3,5 t für vier Tage 6 Euro bzw. über 3,5 t als Tagesvignette (D2) 13 Euro. Es ist keine Vignette zum Aufkleben, sondern das Kennzeichen wird registriert.

Auch die Strecke durch Ungarn ist 350 km lang, bis auf die zwar auch vierspurige, aber sehr staugefährdete Umgehung Budapest ausschließlich Autobahn. Etwas nervig ist dort nur die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf der Autobahn für Fahrzeuge über 3,5 t. Auch die vielen Lkw fahren genau 80 km/h.

In Serbien gilt für alle Wohnmobile die gleiche Autobahngebühr. Bis Belgrad gibt es zwei Zahlstellen (10 und 7,50 Euro). Der Weg durch Belgrad ist wegen starken Verkehrs etwas mühsam. Von Belgrad bis
Niš ist die Autobahn relativ neu und ziemlich leer (Gebühr 22,50 Euro). An den Mautstellen sind die Preise auch in Euro angezeigt, und sogar zum (nur leicht gerundeten) richtigen Kurs. Ich hatte zur Vorsicht reichlich Euro-Kleingeld dabei, aber erstaunlicherweise wird sogar in Euro herausgegeben.

Unmittelbar hinter der Mautstelle in
Niš übernachten wir auf dem Parkplatz des Hotel Nais oberhalb der Autobahn auf der Ostseite. Leider ist es nicht gerade ruhig, aber zum Trost gibt es Wlan.


Tunnel zwischen Nis und Bulgarien

Von Niš bis zur bulgarischen Grenze sind es 100 km Landstraße. Die ersten knapp 20 Kilometer windet sich die Straße durch eine tiefe Schlucht mit einigen Tunnels. Wegen der engen Straße und vieler entgegen kommender Lkw hat der/die Beifahrer/in leider mehr von dem tollen Anblick als der Fahrer.




An der Grenze SRB-BG sind wir das einzige Fahrzeug und nach zwei Minuten durch. An der nächsten Tankstelle muss man eine Vignette (Straßenbenutzungsgebühr) für 6 Euro kaufen. Bis auf die in der Tat etwas anstrengende Durchquerung von Sofia läuft danach alles recht einfach; hinter Sofia ist der Rest weitgehend Autobahn. Insgesamt sind es rd. 350 km durch Bulgarien, wir sind in knapp sechs Stunden durch.

 


Moschee

Gegen 15 Uhr sind wir an der türkischen Grenze. Es dauert knapp 20 Minuten, weil die Fahrzeugdaten in den Pass eingetragen werden. Es wäre sicher schneller gegangen, aber der mitgeführte Roller, der auch eingetragen wird, verursacht offenbar ein kleines organisatorisches Problem. Und dann sind wir in der Türkei; wir stellen die Uhr eine Stunde vor. Von Köln bis hierher sind wir 2.250 km gefahren.


Mit der Fähre über die Dardanellen nach Asien

Natürlich fahren wir mitten durch Edirne, nicht die Autobahnumgehung. Wir wollen doch schließlich etwas von der Türkei sehen. Trotz viel Betrieb geht es sehr gut.

Später biegen wir nach Süden ab in Richtung Çanakkale (Istanbul kennen wir schon, daher haben wir diese Region ausgelassen). In Uzunköprü halten wir und holen an einem Bankautomaten die ersten Türkischen Lira (TL). Bis hierher sind wir problemlos mit Euro bzw. beim Tanken mit der Kreditkarte gekommen. Gegen 19.30 Uhr halten wir dann auf einem kleinen Campingplatz unmittelbar am Ufer der Dardanellen, rd. 20 km vor Eceabat.


Auf der Fähre

Die große Fähre in Eceabat kostet 35 TL (16 Euro) zzgl. Parkgebühr am Anleger. Schlau gemacht durch das Internet fahren wir ca. 3 km weiter nach Kilitbahir zur anderen Fähre. Die Fähre kommt gerade an, wir können sofort auffahren, nach zehn Minuten geht es los, Fahrzeit 15 Minuten, Kosten 30 TL (13,50 Euro). Wir sind in Asien !!


Tipp: In der Nähe der Fähren nach Çanakkale liegen zwei schöne Campingplätze. Zufahrt: 2 km nördlich von Eceabat Abzweig nach Kabatepe, später links abbiegen (ausgeschildert). Vor dem Hafen der Fähre nach Gökçeada links Einfahrt zum Kabatepe Orman Kampi (N 40°12'01,6''O 26°16'21,2''), sehr weitläufiges schattiges Waldgelände, allerdings kalte Duschen und weiter Weg zum Sandstrand, 18,50 TL.
Links ein paar Kilometer weiter Hotel Kum Camping (N 40°09'32,9'' O 26°14'50,9'',
http://www.hotelkum.com), sehr saubere und gute Sanitäranlagen (tolle Dusche), sehr schöner Sandstrand mit Liegen und Sonnenschirmen, allerdings rd. 400 m entfernt, Wlan, 30 TL, der Pool ist gebührenpflichtig.


Von Çanakkale über Dikili und Izmir nach Ephesus

Von Çanakkale aus geht es über die D550 in Richtung Süden. Da einige Reiseberichte Troja als ziemlich enttäuschend beschreiben, lassen wir es aus (es kommen noch mehr als genug “alte Steine“). Schon am frühen Nachmittag fahren wir kurz hinter Dikili (westl. von Bergama) einen kleinen Campingplatz auf Terrassen am Meer mit Blick auf die griechische Insel Lesbos an, auf dem wir die einzigen Gäste sind. Die Zufahrt ist eigentlich viel zu steil und eng für ein Wohnmobil. 


Dikili - Cam Camping
Camping bei Dikili

Tipp: Çam Camping, Bademli bei Dikili; der Platz wird im Womo-Führer unverständlicherweise gelobt; die äußerst enge und steile Zufahrt ist nur für Kastenwagen geeignet wie auch der enge Platz (wir haben uns beide Seiten des Wohnmobils an Olivenbäumen zerkratzt), die Sanitäranlagen sind rudimentär, der Preis von 30 TL ist dafür völlig überzogen, lediglich die schöne Terrassenlage über dem Meer ist positiv anzumerken.

Am 19.5. ist ein türkischer Feiertag und wir legen ebenfalls einen Feier- und Ruhetag ein. Leider wird unser Plan, am Nachmittag mit dem Roller die vier Kilometer nach Dikili zu fahren, durch Gewitter und Regen ab 15 Uhr verhindert.

Am nächsten Morgen treiben wir uns über zwei Stunden im geschäftigen Dikili herum und machen einige Einkäufe, bevor wir weiter nach Süden fahren.

Tipp: zwischen Aliaga und Menemen (kurz vor Izmir) haben wir die billigsten Tankstellen der gesamten Türkei-Route gefunden. Grund ist wahrscheinlich die dort gelegene Raffinerie.

Auch in Izmir benutzen wir nicht die Autobahnumgehung, sondern fahren vierspurig durch die Stadt, was nur durch viele Ampeln etwas aufhält.


Ephesus

Schon früh am Nachmittag kommen wir in Pamuçak bei Ephesus an und lassen uns auf Camping Dereli am Meer nieder.

Tipp: Dereli Camping, Pamuçak, (N 37°56'25,3'' O 27°16'33,8'', http://dereli-ephesus.com) , schöner Platz am Strand, sehr gute Sanitäranlagen, Wlan leider nur vor dem kleinen Laden, 30 TL.

Samstag, 21.5., wir sind eine Woche unterwegs. Heute gibt es zur Abwechslung mal Kultur. Schon kurz nach acht Uhr fahren wir mit dem Roller die 6 km nach Ephesus. Wie immer macht es Spaß, mit dem Roller kostenlos zu parken (Wohnmobile 10 TL = 4,50 Euro). Der Eintritt kostet 20 TL (9 Euro) pro Person. Die ersten sind wir zwar nicht, aber es sind wohl erst wenige Touristenbusse angekommen. 90 Minuten lang laufen und klettern wir zwischen den doch recht beeindruckenden Ausgrabungen und Rekonstruktionen der ehemaligen Hauptstadt der römischen Provinz Asia herum. Am Ende sind wir umzingelt von Dutzenden Busladungen, deren Führer jeweils in englisch, französisch, spanisch, italienisch, deutsch, japanisch und sogar brasilianischem Portugiesisch Vorträge halten.


Ephesus - Bibliothek

Ephesus - Straße zum Hafen

Ephesus - Theater

Ephesus - Stein

Ephesus - Besuchermassen
Eine Stunde später sieht es so aus


Anschließend fahren wir mit dem Roller die 3 km nach Selcuk. Dort stürzen wir uns in den riesigen Markt und kaufen ein wenig (wegen der geringen Transportkapazität) und sehr preiswert Obst und Gemüse. Und am Nachmittag: Strand. Unser Platz liegt direkt am Strand, und endlich ist das Wetter auch mal passend.

Als es spätnachmittags am Strand zu windig wird, fahren wir mit dem Roller die paar Kilometer nach Kusadasi. Hochhäuser, Hotels, so weit das Auge reicht. Ein Lokal neben dem anderen an der Strandfront, und schon jetzt im Mai jede Menge Touristen. Wie soll das in einem Monat aussehen. Natürlich sind wir selbst auch Touristen, aber so ein Massenbetrieb ist nichts für uns. Da reicht eine Runde mit dem Roller und wir flüchten.


Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Süden, zunächst nach Priene. Von den dortigen Ruinen sind wir aber etwas enttäuscht.


Ruinen von Priene - Säulen
Ruinen von Priene - Säulen

Tipp: Parken 5 TL, Eintritt 3 TL; man kann auch unten auf dem Parkplatz hinter den Restaurants kostenlos parken und die 200 m bergauf gehen.



Am Bafa-See (Herakleia/Kapikiri)

Über eine schnurgerade schnelle (und ungewohnt glatte) Straße geht es weiter. Etwa eine Stunde später landen wir am Bafa-See (15 km lang, 5 km breit), rd. 160 km südlich von Izmir. Dem Text unseres Reiseführers vertrauend, biegen wir hinter dem See in die schmale 9 km lange Sackgasse ein, die auf die Rückseite des Sees führt. Am Ende, im Dorf Herakleia/Kapikiri, finden wir einen kleinen Campingplatz. 


Blick von Kapikiri auf den Bafa-See

Bafa-See

Insel im Bafa-See

Bafa-See - Boote


Wir stehen rd. 15 m über dem See direkt unterhalb der Terrasse des kleinen Lokals, zu dem der Platz gehört, mit einem herrlichen Blick nach Südwesten über den ganzen See. Da wir zunächst die einzigen Gäste sind, haben wir den besten Platz zwischen zwei Felsen etwas oberhalb der eigentlichen Campingwiese belegt. Genau passend ist es plötzlich 30 Grad heiß, und wir klettern mehrmals täglich die Felsen direkt neben dem Wohnmobil (auf dem Foto ganz rechts versteckt) hinunter, um im See zu schwimmen.

Unser Platz am Bafa-See

Unser Platz am Bafa-See

Tipp: In Herakleia/Kapikiri gibt es zwei Camping-Möglichkeiten: erstens Zeybek Camping (N 37°29'55,6'' O 27°31'28,1''), vor der Rechtskurve, die bergauf in den Ort führt, links abbiegen, 100 m weiter links die Einfahrt, ein toller Stellplatz oben neben dem großen Felsen, die anderen unterhalb auf der Wiese am kleinen Strand, einfache Sanitäranlagen, Restaurant-Terrasse mit schöner Aussicht auf den See, ohne Strom 15 TL, mit Strom 20 TL; zweitens ein paar hundert Meter weiter neben der Pension Herakleia am großen und flachen Kiesstrand. Wlan gibt es oben im Dorf auf der Terrasse der Pension Agora. Wer etwas zu trinken bestellt, bekommt vom freundlichen deutsch sprechenden Wirt das Kennwort.


Der kleine Ort Kapikiri liegt am Berg oberhalb des Sees auf den Mauern des antiken Herakleia, die überall noch zu sehen sind.


Kapikiri, Straßenszene im Dorf
Dorfstraße in Kapikiri

Den zweiten Abend verbringen wir beim Abendessen auf der Terrasse der Pension Herakleia (s.o.) mit einem netten deutschen Paar, dessen Wohnmobil wir nachmittags auf dem dortigen Stellplatz entdeckt hatten.


Weiter über die Dörfer

Nach drei Tagen erleichtern uns ein bedeckter Himmel und später sogar ein paar Regentropfen das Weiterfahren. Wir fahren um den See herum zurück zur Hauptstraße. Direkt hinter der Einmündung kaufen wir in der Verkaufsstelle der Olivenölfabrik eine Literflasche für 8 TL (3,60 Euro). In Milas, der nächsten Kleinstadt, machen wir im BIM-Supermarkt ein paar Einkäufe und finden eine Literflasche für 7,45 TL; wir trösten uns damit, dass das Öl von der Fabrik sicher viel frischer ist.

Hinter Milas biegen wir ab in Richtung Bodrum und sind plötzlich auf der besten Straße, die wir bisher in der Türkei gefahren sind: vierspurig mit „Flüsterasphalt“. Aber schon weit vor Bodrum biegen wir links ab auf eine kleine Nebenstraße in Richtung Osten und lassen für eine ganze Weile Tourismus und Moderne weit hinter uns. Über Karaova schlagen wir uns durch bis Maziköy und kommen durch winzige Dörfer, später durch eine beeindruckende Gebirgslandschaft.




Leider endet die Straße in Maziköy am Strand. Auf dem letzten engen Stück bleiben wir stecken und müssen rd. 100 m um eine Kurve zurücksetzen. Gerade kommt eine Jeep-Safari aus Bodrum mit acht Wagen hupend angebraust, belegt den kleinen Parkplatz, und fast dreißig Franzosen stürzen sich in das einzige Restaurant. Wir können nur mit Mühe wenden und müssen sieben Kilometer zurück steil bergan bis zum Abzweig nach Ören.


Jetzt kommen rd. 20 km Marterstrecke bergauf und bergab mit mehr Schlaglöchern als Straße, teilweise nur im Schritttempo zu bewältigen. In Ören geht es geradeaus weiter nach Akyaka, erst an einem ausgetrockneten Flussbett entlang, dann wieder hoch in die Berge auf erneut miserabelster Straße. Etwa 18 km und mehr als eine halbe Stunde hinter Ören teilt sich die Straße, geradeaus geht es weiter nach Akyaka.

Plötzlich wird nicht nur die Straße ganz erheblich besser. Es geht oberhalb des Meeres entlang, und es gibt tolle Ausblicke auf ein türkisblaues Meer, kleine Buchten etc. Die nächsten 25 km haben die Mühe gelohnt.


Vor Marmaris

In Akyaka erreichen wir wieder die schnelle Hauptstraße und biegen kurz darauf nach Marmaris ab. Schon wieder eine vierspurige Flüsterstraße, krasser könnte der Gegensatz nicht sein.

Kurz vor Marmaris biegen wir wieder mal in eine Stichstraße zum Meer ab (12 km). Erst ist es flach bis zur Anlegestelle der Fähre nach Sedir Adasi, dann geht es teilweise in engen Serpentinen über die Berge. Der letzte Kilometer ist unbefestigt, mal wieder Kriechtempo, dann sehen wir tief unter uns Boncuk Camping liegen. 


Fähre nach Sedir Adasi
Fähre nach Sedir Adasi
Blick von oben auf Boncuk Camping
Blick auf Boncuk Camping

Eigentlich ist der Platz nur für kleine Wohnmobile geeignet, wir können uns nur mühsam an der Seite zwischen den Bäumen schräg in die erste Reihe quetschen. Aber das ist wirklich die erste Reihe. Mit Tisch und Stühlen stehen wir nicht mehr als zehn Meter vom Meer entfernt. Das Wasser ist glasklar, in der kleinen Bucht ist es völlig ruhig.


Boncuk Camping

Boncuk Camping


Tipp: Boncuk Camping (N 36°58'33,3'' O 28°13'01,9''), rd. 6 km nördlich von Marmaris (an der Brücke, N 36°57'11,1'' O 28°17'08,8'') abbiegen nach Camli/Sedir Adasi, 6 km zur Fähre nach Sedir Adasi, weitere 5 km steil und eng, noch rd. 1 km Schotter (aber es lohnt sich); etwas eng für größere Wohnmobile, herrlich und ruhig gelegen am Palmenstrand vor einer kleinen Bucht mit klarem Wasser, brauchbare Sanitäranlagen, 30 TL.


Am nächsten Tag ist es leider bedeckt, aber 25 Grad warm. Mittags fahren wir mit dem Roller die 25 km nach Marmaris. Von oben kommend hat man einen tollen Blick auf Stadt und Bucht, aber leider ist alles grau.

Und wieder einmal sind wir in einer anderen Welt. An Hafen und Altstadt nur Läden und Lokale, jede Menge Touristen, meist Engländer. Wie soll das bloß einen Monat später aussehen. Vor den Lokalen und im großen überdachten Bazar viele englischsprachige Schilder und Preisschilder in Euro. Nach 1,5 Stunden reicht es wirklich und wir fahren gern zurück an unsere ruhige Bucht.


Marmaris - Rollerparkplatz
Marmaris - Am Hafen
Marmaris - Am Hafen
Marmaris - Basar
Marmaris - Basar
Marmaris - Basar
Marmaris - bereit für die Saison
Marmaris - bereit für die Saison
 (oder: was Wohnmobiltouristen meist entgeht)

Marmaris - Gasse in der Altstadt



Köycegiz

Am nächsten Morgen fahren wir weiter in Richtung Fethiye. Von der Hauptstraße aus machen wir einen kleinen Abstecher nach Köycegiz am gleichnamigen See. Eigentlich wollten wir nur durchfahren, aber es gefällt uns so gut, dass wir den Wagen abstellen und uns über zwei Stunden aufhalten.

Es muss hier wohl auch Tourismus geben, denn der Ort hat eine lange Seepromenade mit einigen Lokalen, aber dort ist es völlig ruhig. 


Köycegiz - Promenade am See

Köycegiz - Promenade am See

Von einem Platz nah am Wasser geht die moderne Hauptstraße mit vielen Geschäften ab, aber das Interessante ist die Parallelstraße – Türkei pur, mit allen Sorten von kleinen Läden und Werkstätten. Keine englischsprachigen Schilder, kein Tourist in Sicht, wunderbar. Wir essen zwei hervorragende Döner Kebap (zusammen für umgerechnet 2,25 Euro); bei einer Konditorei können wir nicht widerstehen und kaufen zwei kleine Törtchen.


Köycegiz - Laden

Köycegiz - Handwerker

Köycegiz - Handwerker

Köycegiz - Handwerker

Köycegiz - Konditorei

Köycegiz - in der Konditorei


Vor Fethiye

Gegen 14 Uhr schauen wir uns einen kleinen Campingplatz am Strand 13 km vor Fethiye an, Doga Camping. Eigentlich wollten wir heute viel weiter kommen, aber keine Frage, hier müssen wir bleiben !! Wir stehen direkt am Strand, schon auf dem Sand zwischen Palmen und Eukalyptusbäumen. Und es gibt auf dem Platz sogar Wlan.

Kurz nach unserer Ankunft stellt die Besitzerin vor allen drei Wohnmobilen auf dem Platz einen Teller mit ein paar Orangen, Tomaten und Eiern als Geschenk ab. Als wir am nächsten Tag abfahren, steht sie vor ihrer Tür (s. Foto) und reicht uns ein Blümchen und ihre Visitenkarte durchs Fenster.


Doga Camping - Einfahrt

Doga Camping - Strand

Doga Camping - Stellplätze

Doga Camping - Blick auf den Strand

Doga Camping - die freundliche Gastgeberin


Tipp: Doga Camping, Yaniklar (N 36°41'15,2'' O 29°02'51,8''); in Yaniklar an der Ostseite der Brücke zum Meer abbiegen (großes Schild Majesty Hotel Tuana), vor dem Hotel links, dann beschildert; schöne Lage unter Bäumen direkt am Strand, einfache Sanitäranlagen, Wlan, sehr freundliche Besitzer; leider nächtliche Lärmbelästigung durch die Disco des Beach Clubs nebenan.

Es hätte alles so schön sein können. Wir stehen auf einem traumhaft unmittelbar am Strand gelegenen kleinen Platz, mit netten Leuten aus Österreich nebenan, die Sonne scheint, aber der Wagen ist halb im Baumschatten, man hört nur die leichte Brandung. Eigentlich ist es schon verdächtig schön – bis Freitagabend, 21 Uhr. Etwa 200 m nebenan ist ein Beach Club, und um Punkt 21 Uhr beginnt die Beschallung (das Wort Musik wäre irreführend). Der Club muss eine Anlage haben wie die Rolling Stones im Olympia-Stadion. Eigentlich hört bzw. fühlt man nur die Bässe, das Wohnmobil scheint zu vibrieren. Erst um 1.30 Uhr ist endlich Schluss.

Am Samstagmorgen denken wir nur noch an Flucht, aber seit 7 Uhr regnet es. Das bleibt auch bis 16 Uhr mit wenigen kurzen Pausen so, ein Gewitter nach dem anderen. Bei dem Wetter wollen wir nicht fahren und auch nirgendwo anders sein. Also bleiben wir hier, hier haben wir wenigstens Internet. So schreiben wir e-mails, sprechen über skype mit Deutschland und USA, lesen usw. und sehen erwartungsvoll dem nächsten Abend entgegen.

Abends ist die Musik von nebenan völlig unerwartet leise, zwar zu hören, aber nicht sehr störend. Warum bloß so ein Unterschied ?



In Kas

Auch am Sonntag regnet es erstmal bis 9.30 Uhr. Danach entschließen wir uns zur Weiterfahrt. Unser Ziel ist heute Kas, nur 115 km weiter.

Blick von oben auf Kas

Blick von oben auf Kas und Hafen


In Kas gehen wir auf Kas Camping, ein ziemlich kleiner und enger, aber sehr schön auf Terrassen direkt über dem Meer gelegener Platz. Wir haben Glück und ergattern den letzten von zwei Stellplätzen, die groß genug für unser Wohnmobil sind. Von dort blicken wir schräg über die Bucht auf Kas. Und wer steht schon nebenan ? Unsere Münchner Nachbarn von Boncuk Camping ein paar Tage vorher.



Kas Camping - Blick auf den Ort

Kas Camping - Badedeck


Tipp: Kas Camping (N 36°11'57,6'' O 29°37'57,2''), im Ort vor der Einfahrt in den Hafen rechts den Berg hoch, nach ein paar hundert Metern auf der linken Seite; kleiner terrassierter und ruhiger Platz mit hölzernen Badeplattformen am Meer, wenig Raum für größere Wohnmobile, gute Sanitäranlagen, Wlan, schöne Sicht auf den Ort, 35 TL. Zehn Minuten Fußweg zum Hafen. Der zweite Campingplatz im Ort, Mocamping, liegt laut unmittelbar an der Hauptstraße am westlichen Ortseingang.


Kaum stehen wir, regnet es wieder für zwei Stunden. Danach gehen wir zu Fuß in zehn Minuten in Ort und Hafen. Sehr schön, wenn auch sehr touristisch; es gibt viele Hotels, aber keine großen. Da auch der Ort eher klein ist, ist das Ganze doch sehr gut erträglich. 


Kas - im Ort
Kas - im Ort



Zwischen Kas und Antalya

Heute ist der 30.05. und nicht unbedingt unser Glückstag, aber das wissen wir leider erst abends.

Eigentlich wollten wir zwei Tage in Kas bleiben, aber am Morgen bleibt es bedeckt, da können wir auch ein Stück weiter fahren. Wir wollen nach Cirali/Olympos Nationalpark, an der Ecke der Küste südlich von Antalya, nur rd. 100 km weiter.

Das ist mühsamer als gedacht. Von Kales bis Finike bietet die Küstenstraße auf fast 30 km zwar tolle Ausblicke, ist aber sehr eng und extrem kurvenreich. Später müssen wir von der Hauptstraße 7 km in engen und steilen Windungen hinunter nach Cirali, auch dort geht es eng zu. Am Ende haben wir für 100 km zweieinhalb Stunden gebraucht.


Cirali - Einfahrt
Cirali - Einfahrt

In Cirali erreichen wir den freien Stellplatz am Meer, den Reiseführer und andere Wohnmobilisten so loben. Leider erschließt sich uns der Zauber dieses Stellplatzes nicht so ganz, wir beschließen am Nachmittag, noch den 23 km entfernten nächsten Campingplatz anzufahren, der allein an einer kleinen Bucht liegen soll. Ein großer Fehler, wie sich zeigen wird.



Cirali - Stellplatz zwischen Bergen und Meer
Cirali - Stellplatz zwischen Bergen und Meer

Dieser nächste Platz ist zwar geöffnet, aber völlig leer, das Gras überall kniehoch, die Zufahrt von in Kopfhöhe hängenden Zweigen versperrt. Alles wirkt so wenig einladend, dass wir nach einem Rundgang ohne großes Zögern weiter fahren.

Unser Reiseführer führt den nächsten Campingplatz in Kemer auf, 17 km weiter. Wir fahren langsam durch diesen lang gestreckten Ort aus der Retorte und staunen. Rechts auf der Strandseite ein Riesenhotel neben dem anderen, auf der linken Straßenseite eine endlose Reihe von Boutiquen, Souvenirläden etc., auf der Straße fast nur Busse aller Größen und natürlich Touristen. Das ist Pauschalurlaub pur, jetzt sehen wir so richtig, was wir immer verpassen. Dort, wo mal ein Campingplatz war, ist inzwischen ein Beach Club mit gleichem Namen.

Der nächste Ort ist Göynük. Auch hier ein Strandhotel neben dem anderen. Diesmal haben wir die Koordinaten des dortigen Campingplatzes. Leider sind sie offensichtlich falsch. Nach längerer Suche und mehrfachem Fragen stehen wir endlich davor. Kein Schild, es sieht chaotisch aus, er ist von türkischen Dauercampern belegt, es gibt ihn nicht mehr.

Inzwischen sind wir seit zweieinhalb Stunden auf der Suche nach einem Campingplatz, es wird langsam spät. Wegen der endlosen Hotelreihen ist auch nirgendwo ein freier Stellplatz zu sehen. Wären wir bloß in Cirali geblieben.

Nächster Ort ist Beldibi; das gleiche Bild, nur das Niveau erkennbar niedriger als vorher. Kurz vor dem Ortsende sehen wir auf der Strandseite eine freie Fläche, darauf stehen zwei deutsche Wohnmobile. Wir parken daneben und lassen uns berichten, dass es keinen einzigen Campingplatz auf der ganzen Strecke zwischen Kas und Antalya mehr gebe. Man stehe schon zwei Tage hier. Wir beschließen, mangels Alternative trotz des Lärms der nahen Straße über Nacht hier zu bleiben. Und um Punkt 21 Uhr … nein, nicht schon wieder !! Hundert Meter weiter ist offensichtlich eine Disco, die Bässe dröhnen, hier geht es bis 1 Uhr.


Nach Kappadokien

Schon kurz nach 7 Uhr verlassen wir am Morgen nach wenig Schlaf unseren ungemütlichen Platz. Wir wollen nach Göreme in Kappadokien.

Entgegen kommende Reisende haben uns berichtet, dass die rd. 350 km lange Küstenstraße zwischen Alanya und Mersin/Adana zum großen Teil eine Baustelle ist mit zahlreichen kilometerlangen Schotterstrecken. Ohnehin soll dieser Abschnitt weit weniger reizvoll sein als die bisherige Küste. Daher wollen wir zwischen Antalya und Alanya abbiegen und nach Nordosten über Konya weiter.

In Antalya ist viel Betrieb, aber die Straße ist glatt und vierspurig bis hinter Manavgat. Dort biegen wir ab in die Berge. An einem Obststand an der Straße decken wir uns mit Nachschub ein. Die Strecke nach Konya ist eine breite und gut ausgebaute Straße; die erste Hälfte windet sich durch eine tolle Gebirgslandschaft, dann geht es über die Hochebene. 


In den Bergen nördlich von Manavgat
In den Bergen nördlich von Manavgat

Überraschend ist die gesamte Strecke Konya-Aksaray (140 km) autobahnähnlich ausgebaut, vier Spuren, flach, schnurgerade, und vor allem ein glatter Belag, eine Wohltat gegenüber dem sonstigen Straßenzustand.


Karawanserei Sultanhani
Karawanserei Sultanhani

In Sultanhani besichtigen wir kurz die Karawanserei, da ist man schnell mit fertig; anschließend schauen wir uns Kervan Camping um die Ecke an; recht ordentlich und ruhig, nur 20 TL; hier wären wir nach sechs Stunden Fahrt gern geblieben, aber der Platz ist fast vollständig belegt von einer Gruppe von rd. 18-20 niederländischen Wohnwagen-Gespannen; wir wollen ihn für den Rückweg aufheben.


Ankunft in Göreme

Den ganzen Tag war der Himmel blau, aber als wir in Göreme ankommen, beginnt ein Gewitter mit starkem Regen. Die relativ stark befahrene schmale Straße zum Camping Kaya geht in einem kurzen Abschnitt äußerst steil (10-15% ?) und in zwei engen Serpentinen aufwärts, und ausgerechnet dort ist grobes Kopfsteinpflaster. Im ersten Gang geht es hoch. In der steilsten Kehre drehen die Vorderräder wegen der Nässe durch (das ist das Problem bei Vorderradantrieb und der Belastung der Hinterachse durch den Roller), ich muss 50 m zurück rollen (die beiden Pkw hinter mir auch) und dann mit Schwung ganz links außen um die enge Rechtskurve (das Foto zeigt die Stelle am nächsten Morgen – bei trockener Straße und weitem Ausholen ist es leicht).


Serpentinen in Göreme

Heute haben wir 580 km in acht Stunden geschafft (72 km/h) dank der gut ausgebauten Straßen im Hochland. An der Küste hat unsere Durchschnittsgeschwindigkeit meist nicht viel mehr als die Hälfte betragen.


Tipp: In Göreme gibt es drei Campingplätze. Kaya Camping: oberhalb des Open-Air-Museums an der Straße nach Ortahisar (N 38°38'12,2'' O 34°51'13,6''); sehr schöne Aussicht, sehr gepflegt, hervorragende Sanitäranlagen, Wlan in der Nähe der Rezeption, 36 TL. Panorama Camping: von Uchisar kommend kurz vor Göreme auf der linken Seite. Göreme Camping: von Göreme aus kurz vor dem Open-Air-Museum auf der linken Seite; direkt neben dem Ballon-Startplatz, daher jeden Morgen ab 5 Uhr Geräuschbelästigung.



Der erste Tag in Göreme

Am frühen Morgen um kurz vor 6 Uhr steigen in Göreme etwa 50 Heißluftballons auf, vom oberhalb gelegenen Campingplatz aus sind sie sehr gut zu sehen. Sie gehen teilweise tief hinunter in die Täler, dann wieder hoch. Nach etwa einer Stunde landen sie in der Umgebung (Tipp: Fotos durch Anklicken vergrößern).


Kappadokien - Ballons

Kappadokien - Ballons

Kappadokien - Ballons

Kappadokien - Ballons

Kappadokien - Ballons

Kappadokien - Ballons



Um 9 Uhr fahren wir mit dem Roller einen Kilometer den Berg hinunter, um uns das Göreme Open-Air-Museum anzusehen. Aber wir sehen Menschenmassen, ein Bus nach dem anderen lädt weitere Gruppen aus. Da wollen wir lieber morgen direkt nach Öffnung um 8 Uhr einen neuen Anlauf machen.

Wir drehen mit dem Roller eine Runde durch Göreme, aber da gibt es nicht viel zu sehen außer Souvenir- und Teppichläden. Als nächstes sehen wir uns das ein paar Kilometer entfernte, an einem steilen Hang liegende Uchisar an, anschließend fahren wir nach Ortahisar. Das Ortszentrum ist typisch türkisch, kein Touristenort, nur am großen Felsen in Zentrumnähe, dem Wahrzeichen des Ortes, hält ab und zu ein Bus. 



Orthahisar
Ortahisar
Straßenbild - überall nur Männer
Straßenbild - Überall nur Männer

Während wir einen Riesendöner essen, fängt es leider an zu regnen. In einer Regenpause fahren wir zurück zum nur ein paar Kilometer entfernten Campingplatz.


Tipp: Zum Camping Kaya muss man (z.B. mit einem großen Wohnmobil) hinter Nevsehir nicht links abbiegen, um dem braunen Schild nach Göreme zu folgen, sondern kann weiter geradeaus fahren. Nach rd. sieben Kilometern (Ortsschild Ortahisar, Tankstelle) biegt man an der Kreuzung links ab zum Open-Air-Museum (braunes Schild). Schon nach ein paar hundert Metern liegt rechts der Campingplatz. So spart man die Abfahrt hinunter nach Göreme und die steilen Kopfsteinpflaster-Serpentinen wieder hinauf (und kann in Göreme nicht das Abbiegen nach rechts versäumen). Dann entgehen einem allerdings einige spektakuläre Ausblicke auf Uchisar und Göreme.


Unterwegs halten wir an einer Tankstelle. Der Liter Benzin kostet 4,28 TL, das sind 1,93 Euro !! Da bleibt nur als Trost, dass der Rollertank nur ein Volumen von sieben Litern hat und wir rd. sechs Liter tanken. Allerdings verbraucht der Roller mit zwei Personen bei dem bergigen Gelände knapp vier Liter/100 km.



Open-Air-Museum in Göreme

Am nächsten Morgen stehen wir um Punkt 8 Uhr am Open-Air-Museum. Die erste Busgruppe Italiener geht schon auf das Gelände, aber der Ticket-Schalter ist noch geschlossen (Eintritt 15 TL). Fünf Minuten später kommt ein Bus voller Russen, auch die haben schon ihre Tickets in der Hand und gehen durch die Drehkreuze. Bei den acht Individualreisenden vor dem immer noch geschlossenen Ticket-Schalter kommt Unruhe auf, die in offenen Protest mündet, als einige Minuten später (8.13 Uhr) eine weitere Gruppe, diesmal Japaner, vorbei marschiert und auf der Straße schon die nächsten drei Busse zu sehen sind. Die beiden Aufpasser am Eingang zucken mit den Schultern, und als jemand vorschlägt "we all pay later“, winken sie uns einfach durch und lassen uns über die Drehkreuze steigen. Der Tag fängt gut an.


Kappadokien - Göreme Open-Air-Museum

Kappadokien - Göreme Open-Air-Museum

Kappadokien - Göreme Open-Air-Museum

Kappadokien - Göreme Open-Air-Museum

Kappadokien - Felsenkirche im Göreme Open-Air-Museum

Das Göreme Open-Air-Museum ist UNESCO Weltkulturerbe. Der Anblick der Felsenkirchen (die unerwartet klein und eng sind) ist in der Tat teilweise beeindruckend. Da wir die Runde im Uhrzeigersinn und damit gegen den Weg der geführten Gruppen gehen, sind wir auf der ersten Hälfte allein und müssen nirgendwo warten. Insgesamt brauchen wir deshalb nur etwa 45 Minuten für den Rundgang.


Unterirdische Stadt Kaymakli

Es gibt mehrere unterirdische Städte im Umkreis von Göreme, jeweils ein mehrstöckiges Höhlen-Labyrinth aus Tunneln und Räumen. Die größte ist in Derinkuyu, aber das ist auch die meistbesuchte mit dem größten Busparkplatz. Daher fahren wir lieber mit dem Roller nach Kaymakli und besuchen die zweitgrößte (Eintritt 15 TL). Die Gänge sind sehr eng und niedrig, das ist recht mühsam für breitschultrige und große Besucher. Hier sind nur relativ wenig Touristen, man kommt gut in alle Gänge und Räume. Unsere englischen Nachbarn waren heute in Derinkuyu und haben wegen Besucherstaus in den engen Gängen kaum etwas gesehen.


Kaymakli - Unterirdische Stadt
Kaymakli - Unterirdische Stadt


Umgebung von Göreme

Den ganzen nächsten Vormittag sind wir bei bestem Wetter mit dem Roller in der Umgebung von Göreme unterwegs. Heute haben wir unsere Taktik einmal komplett geändert - wir fahren dahin, wo wir die großen Busse halten sehen. 


Kappadokien - Feenkamine

Kappadokien - Feenkamine

Kappadokien - Göreme - Felsenkirche

Kappadokien - Felsskulpturen

Kappadokien - Felsskulpturen

Kappadokien - Felsformationen

Kappadokien - Felsformationen

Kappadokien - Felsformationen


Kappadokien - Felsformationen


Blick von der Flussbrücke auf Avanos
Töpferstadt Avanos, 10 km nördlich von Göreme

Ballonfahrt in Göreme

Wir haben sie jeden Morgen starten sehen, das hat uns dann doch gereizt. Heute stehen wir um 4.30 Uhr auf. Von 5.30 bis 6.30 Uhr machen wir eine einstündige Ballonfahrt über den Felsentälern in der Umgebung von Göreme (mit 120 Euro leider nicht ganz billig). 


Ballon - Startvorbereitung
Ballon - Startvorbereitung
Kappadokien - Ballonstart
Kappadokien - Ballonstart
Kappadokien - Ballonstart
Kappadokien - Ballon über den Schluchten
Kappadokien - Ballons über den Schluchten
Kappadokien von oben



Wandern in den Schluchten um Göreme

Am Mittag unternehmen wir eine vierstündige (Berg-)Wanderung vom Campingplatz aus, um die tolle Landschaft auch einmal von ganz unten zu sehen. Es ist so beeindruckend, dass wir nun noch einen weiteren Tag bleiben wollen.

Am Morgen klettern wir wieder dreieinhalb Stunden durch zwei parallel verlaufende tiefe Schluchten und jeweils wieder hinauf, eine Variante der Tour vom Vortag.



Kappadokien - Wandern in den Schluchten nahe Göreme
Kappadokien - Wandern in den Schluchten nahe Göreme
Kappadokien - Begegnung mit Eselreiter beim Wandern nahe Göreme
Kappadokien - Begegnung mit Kindern beim Wandern
Kappadokien - Wandern in den Schluchten nahe Göreme
Kappadokien - Wandern in den Schluchten nahe Göreme
Kappadokien - Wandern - Rast im Teehaus in der Schlucht
Kappadokien - Wandern - Rast im Teehaus in der Schlucht
Rast im "Teehaus" in der Schlucht

Kappadokien - Wandern bei Göreme

Nachmittags wird der Roller verladen und es werden Vorbereitungen für die Abfahrt getroffen. Aber wer weiß ...


Ihlara-Schlucht

Göreme war unser östlichstes Ziel, jetzt geht es zurück nach Westen. Zunächst machen wir aber in Kappadokien noch einen kleinen Abstecher zur Ihlara-Schlucht, dem “Grand Canyon der Türkei“.

Kurz vorher halten wir in Güzelyurt, einem lebhaften Bergdorf mit Blick auf schneebedeckte Gipfel. Und trauen unseren Augen nicht. Auf dem Parkplatz steht der Wagen der Münchner, die wir trotz unterschiedlicher Routen jetzt zum dritten Mal treffen. Wir finden sie um die Ecke vor einem Lokal am Marktplatz und tauschen anderthalb Stunden lang unsere Erlebnisse aus.


Vor Güzelyurt
Güzelyurt
Güzelyurt

Die Ihlara-Schlucht ist nur ein paar Kilometer weiter. Wir steigen am Südeingang ein und marschieren eine Stunde in der Talsohle bis zum Haupteingang, dort 390 Stufen hoch und rd. 25 Minuten über die Straße zurück.

Blick auf Ihlara-Schlucht
Ihlara-Schlucht

Tipp: Zum Südeingang kann man unten im Dorf gleich rechts kostenlos parken, zum Eingang geht es neben dem Hotel/Restaurant links erst bergauf, dann vor einem Lokal rechts hinab, Eintritt 5 TL.
Zum Haupteingang fährt man rd. 1 km weiter bergauf, dann rechts ab rd. 2 km zum Parkplatz (Wohnmobil 6 TL); 200 m vorher ist rechts ein großer Platz, der sich nicht nur als kostenloser Parkplatz, sondern auch als Stellplatz eignen dürfte; er wird wahrscheinlich in der Hauptsaison als gebührenpflichtiger Parkplatz genutzt.

Die Nacht verbringen wir in Sultanhani, westlich von Aksaray, auf Kervan Camping, den wir schon auf der Hinfahrt angesehen hatten und der damals von 20 Niederländern belegt war. Heute sind wir dort allein.

Tipp: Kervan Camping, Sultanhani, ein paar hundert Meter östlich der Karawanserei, von der D300 ausgeschildert, einfache Sanitäranlagen, 20 TL.

Schräg gegenüber der Karawanserei in Sultanhani ist eine Bäckerei mit großem Sortiment, wo wir uns am nächsten Morgen erst einmal eindecken. Unser nächstes Ziel ist genau westlich Egirdir am Egirdir-See. Über sehr gute Straßen schaffen wir die 310 km in vier Stunden.


Egirdir-See und Salda-See

Auf den letzten Kilometern haben wir tolle Ausblicke auf den blaugrün zwischen den Bergen leuchtenden Egirdir-See. Mitten im Ort Egirdir führt eine Straße auf einem etwa einen Kilometer langen Damm in den See mit ein paar Hotels und Cafes am Ende (auf dem Foto im Hintergrund zu erahnen).


Blick auf Egirdir

Egirdir-See
Edirgir-See

Wir treiben uns vier Stunden lang im geschäftigen Ort und auf dem Damm am See herum. Gegen 16 Uhr können wir uns beim besten Willen nicht dazu durchringen, den einzigen Campingplatz Altincamp aufzusuchen (eine kurze Besichtigung reichte uns völlig), und ein schöner freier Stellplatz ist auch nicht in Sicht.

Daher fahren wir noch zwei Stunden weiter zum kleineren Salda-See. An dessen südwestlichem Ende entdecken wir ein Picknick-Gelände im Kiefernwald am Kiesstrand und bleiben dort über Nacht stehen. Um 1 Uhr klopft es am Wohnmobil, draußen stehen vier Beamte der Jandarma und fordern, die Tür zu öffnen. Sie fragen, woher wir kommen, und als sie hören “Almanya“, heißt es nur “o.k.“ und sie verschwinden wieder. Der Grund für die Störung bleibt uns unklar. Ansonsten ist es dort herrlich ruhig.


Picknick-Gelände am Salda-See
Am Salda-See


Hier läuft gerade das Wörterbuch heiß (auf dem Foto verdeckt)


Leider ein Problem fast überall in der Türkei: Müll, wohin man schaut

Tipp: Picknick-Gelände am Salda-See N 37°31'11'' O 29°40'20''.


Pamukkale

Die Sinterterrassen von Pamukkale sind eine große Sehenswürdigkeit. Das hat sich offenbar in der ganzen Welt herumgesprochen. Entsprechend groß ist der Besucherandrang.

Wir kommen schon am Morgen in Pamukkale an und schauen uns erst einmal die Campingplätze an. Seyir Camping ist von 20 niederländischen Wohnwagengespannen weitgehend belegt. Wir entscheiden uns für Baydil und stehen genau unterhalb mit Blick auf die Terrassen. Es ist über 30 Grad heiß, daher verbringen wir erst einmal einige Stunden u.a. mit mehrfachem Bad im Pool des Platzes und beobachten die Menschenmassen gegenüber am Hang. Erst am Nachmittag gehen wir hinüber, aber es ist nicht leerer geworden (Eintritt 20 TL). Kurz nach dem Kassenhäuschen muss man die Schuhe ausziehen und geht dann vorsichtig barfuß im strömenden Wasser den Hang hinauf. In einigen künstlich angelegten kleineren Becken am Hang kann man auch baden.


Pamukkale

Pamukkale

Pamukkale

Pamukkale

Pamukkale  Blick nach unten
Oben in der Mitte steht unser Wohnmobil bei Baydil Camping


Tipp: In Pamukkale gibt es mehrere Camping-Möglichkeiten, alle haben einen Pool. Baydil (N 37°55'06,9'' O 29°07'18,0'') ist am günstigsten gelegen direkt gegenüber den Terrassen, gute Sanitäranlagen, Wlan, der Inhaber spricht deutsch, 30 TL. Seyir liegt rd. 200 m weiter, die Sanitäranlagen halten überhaupt nicht, was das moderne Restaurant verspricht, 40 TL. Fünf Kilometer weiter in Karahayit (Zufahrt: im Ort die zweite Straße links) liegen nebeneinander Termotes (mehrere Schwimmbecken, einfache Sanitäranlagen, 20 TL) und Arslan (klein, einfach, Pool, Wlan, 25 TL). Ungünstig liegt Tepe Camping, nämlich eine sieben Kilometer lange sehr steile und enge Straße hoch, allerdings mit Fernsicht.


Direkt oberhalb der Sinterterrassen von Pamukkale liegen die Ruinen von Hierapolis.


Hierapolis

Hierapolis - Theater


Wieder an die Ägäis-Küste (Ören)

Über Salihli und Manisa fahren wir zurück an die Küste. Unterwegs ist am Rand eines kleinen Orts die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt, keine Schilder, es geht nur auf einem besseren Feldweg rechts in den Ort. Ein Stück weiter kommt von links eine Straße, ich denke, da komme ich sofort wieder auf die Hauptstraße, misstraue aber dem Navi und halte kurz an, um auf der Karte noch einmal nach dem Namen des nächsten Orts zu sehen, dessen komplizierten Namen ich natürlich längst vergessen habe. Schon springt ein entgegen kommender Bauer von seinem Trecker, läuft über die Straße auf uns zu und hält mir einen längeren türkischen Vortrag, von dem ich kein Wort verstehe, aber seine Handzeichen in die Seitenstraße sind kaum falsch zu deuten. Ich bedanke mich freundlich, er steigt wieder auf seinen Trecker, wir winken uns noch einmal zu und fahren alle zufrieden unseres Weges.

In Ören, in der Bucht von Edremit, 140 km südlich von Çanakkale, gehen wir auf einen Campingplatz unmittelbar am Wasser und wollen jetzt erst einmal zwei oder drei Strandtage einlegen. Kein Muezzin, der vor Sonnenaufgang über Lautsprecher zum Gebet aufruft, keine laute Straße in der Nähe, keine Disco nebenan, nur die leise Meeresbrandung, so ruhig hatten wir es schon lange nicht mehr.


Altincamp in Ören

Tipp: Altincamp in Ören, (N 39°30*35,9 O 26°56'06,3'', http://altincamp.com), in Burhaniye Abzweig nach Ören, am nördlichen Ortsrand ausgeschildert, schattiges Gelände direkt am Strand, gute gepflegte Sanitäranlagen, Wlan im Bereich des Hotels, 30 TL.



Zurück nach Europa (Gelibolu)

Nach vier Tagen in Ören (einschließlich eines lohnenden halbtägigen Ausflugs mit dem Roller nach Edremit) setzen wir uns wieder in Bewegung, aber nur rd. 150 km weit. Aber wir machen einen großen Schritt, nämlich zurück nach Europa. Von Çanakkale setzen wir mit der Fähre über die Dardanellen nach Kilitbahir über und sind wieder im europäischen Teil der Türkei.


Tipp: In Çanakkale ist die Fähre nach Kilitbahir nicht ganz leicht zu finden. Sie liegt nur rd. 100 m südlich von der Fähre nach Eceabat. Unmittelbar vor der großen Fähre fährt man am Kreisverkehr links in die enge Seitenstraße und biegt dann in die erste (noch schmalere) Straße rechts ab.


Von Eceabat aus fahren wir nur etwa 20 km weiter zur Westküste der Halbinsel Gelibolu, wo wir den Nachmittag (zum letzten Mal ?) in der Sonne am Strand des Camping Hotel Kum (s. Tipp bei der Hinreise) verbringen. Es kommt uns vor, als hätten wir schon einen großen Teil des Rückwegs geschafft, aber es bleiben immer noch 2.500 km.



Rückfahrt Türkei-Bulgarien-Serbien

Es wird ein langer Tag werden, daher fahren wir am Morgen schon um 5.30 Uhr los. Erleichtert wird das dadurch, dass es so weit im Osten schon vor 5 Uhr hell ist.

Später am Morgen halten wir in Uzunköprü, 60 km südlich von Edirne, vor einer Bäckerei, um uns für die nächsten Tage mit Brot einzudecken. Der Bäcker begrüßt uns mit “Willkommen in der Türkei“, er ist in Berlin aufgewachsen und dann in seinen Heimatort zurückgekehrt. Kaum sind wir wieder im Wagen, klopft es an der Tür – der Bäcker lädt uns zu einem Kaffee ein. Wir sitzen neben dem Haus und unterhalten uns zwanzig Minuten über alle möglichen deutsch-türkischen Themen. Am Ende versprechen wir, bei unserer nächsten Türkei-Reise wieder an der Bäckerei zu halten.

An der Grenze TR-BG war bei der Einreise nicht viel los, heute ist es leider anders. Raus aus der Türkei geht es schnell, hintereinander durch drei Schalter, in drei Minuten sind wir durch. Bei den Bulgaren steht vor uns eine lange Pkw-Schlange, es ist nur eine Spur geöffnet. Alle zwei Minuten rücken wir eine Wagenlänge vor und sehen, dass jedes Fahrzeug bis in den letzten Winkel inspiziert wird. Das kann bei uns ja besonders heiter werden. Aber als wir nach 25 Minuten nur noch acht Wagen vor uns haben, winkt uns ein Beamter aus der Schlange raus, wirft einen kurzen Blick durch die Aufbautür in den Innenraum, gibt uns einen kleinen Zettel mit einem Stempel, offenbar eine Quittung für die Kontrolle, und winkt uns durch. Am nächsten Schalter müssen wir den Zettel abgeben und 3 Euro Gebühr zahlen.

Hinter der Grenze brauchen wir wieder eine bulgarische Vignette. Zwischen den Tankstellen sind mehrere Hütten mit dem Schild “Vignette“; in der ersten erklärt mir jemand auf deutsch, seit dem 1. Juni koste sie 10 Euro (auf der Hinfahrt haben wir 6 Euro bezahlt). Da ist er aber an den Falschen geraten. Der Nächste verlangt 7 Euro, da habe ich keine Lust, mich um den einen Euro zu streiten.

In Sofia probieren wir diesmal die Umgehungsstraße, aber das ist auch nicht viel besser als mitten durch die Stadt auf dem Hinweg. Bis auf die ersten Kilometer ist es eine enge Straße in schlechtem Zustand, auf der sich eine endlose Lkw-Schlange mit rd. 50 km/h wälzt. Da lohnen sich die mindestens 15 km Umweg kaum.

Egal wie man fährt, die Fahrt durch Bulgarien dauert rd. sechs Stunden. An der Grenze BG-SRB sind wir wieder das einzige Fahrzeug und in zwei Minuten durch. Erst jetzt fällt uns ein, dass wir schon bei der Ausreise aus der Türkei die Uhr eine Stunde zurück stellen mussten. Wir übernachten wieder bei
Niš auf dem Parkplatz vor dem Hotel Nais, unmittelbar vor der Autobahn-Mautstelle.

Für den weiteren Rückweg nehmen wir eine andere Strecke als auf der Hinfahrt. Wir fahren durch Kroatien und Slowenien nach Kärnten/Österreich, wo wir am Abend ankommen. Dort machen wir an einem kleinen See in der Nähe von Klagenfurt erst einmal zwei Tage Pause. Bisher sind wir rd. 7.000 km gefahren. Da sind die restlichen 1.000 km nach Hause doch nur eine Kleinigkeit. Zwei Tage später fahren wir die 325 km durch Österreich über Wels und Schärding wieder auf Landstraßen, bevor wir ab Passau die Autobahn benutzen und am nächsten Mittag zu Hause ankommen.


Autor: Wolfgang Müller

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