Kauf eines Wohnmobils in den USA


Alles nicht so schwer:

- US-Adresse sichern
- US-Führerschein
- Motorhome kaufen
- US-Kfz-Versicherung
- US-Kfz-Zulassung


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Wer häufiger oder für längere Zeit mit einem Wohnmobil in den USA unterwegs sein will, hat drei Alternativen: Langzeitmiete, Verschiffung eines eigenen Wohnmobils hin und zurück zuzüglich diverser Umbauten (Gas, Strom) oder Kauf eines Wohnmobils (Motorhome, RV) in den USA.

Alle drei Verfahren haben zahlreiche Vor- und Nachteile. Ich möchte hier nicht die Diskussion dieser Alternativen fortführen, sondern einfach denen ein paar Tipps geben, die den Kauf eines US-Wohnmobils oder -Motorhomes in Erwägung ziehen.

Eins als Vorbemerkung: Auf jeden Fall sollte man einigermaßen englisch können, sonst wird die Sache etwas mühsam.

 

US-Visum

Touristen mit einem deutschen Reisepass müssen spätestens nach 90 Tagen ausreisen. Wer länger bleiben möchte, braucht ein Besuchervisum, das einen Aufenthalt bis zu sechs Monaten ermöglicht. Ausführliche Informationen über ein solches Visum gibt die US-Botschaft auf ihrer website.

Vor Ablauf von drei bzw. sechs Monaten muss man ausreisen. Wenn man nach Übersee ausgereist ist (Kanada und Mexiko gelten nicht), kann man jederzeit wieder für weitere drei bzw. sechs Monate in die USA einreisen. Wenn man das schon nach relativ kurzer Zeit wieder tut, sollte man, um Problemen bei der Einreise vorzubeugen, vorsichtshalber Nachweise bei sich haben, die dem Beamten bei der Immigration dokumentieren, dass der Wohnsitz nach wie vor in Deutschland ist und man nur für eine Vergnügungsreise kommt.


US-Adresse

Die wichtigste Voraussetzung für den Kauf eines Motorhomes ist eine Adresse in den USA. Diese Adresse benötigt man eigentlich nur, um dort regelmäßig Post empfangen zu können (s. unten). Eine behördliche Anmeldung wie in Deutschland gibt es in den USA nicht. Deshalb kann diese Adresse bei Freunden sein, vielleicht auch einfach ein Campground, wo man bekannt ist und die Post bei Abwesenheit gesammelt wird (so wie bei mir).

 

US-Führerschein

Wer ein Fahrzeug in den USA  versichern und zulassen will, sollte möglichst einen US-Führerschein (Driver License) haben. Das ist relativ simpel. Ich selbst kenne nur das Verfahren in Florida; alle entsprechenden Informationen sind zu finden auf der website des Florida Department of Highway Safety and Motor Vehicles (HSMV). Zwar ist auch mit einem internationalen Führerschein eine Versicherung zu finden, aber die Prämien sind dann ganz erheblich höher (50% und mehr).

In den anderen US-Staaten soll die Abwicklung sehr ähnlich sein. Die Bestimmungen aller US-Staaten sind zugänglich über die website des US Department of Motor Vehicles (DMV).

Mit dem US-Pkw-Führerschein darf man auch ein riesiges Class-A-Motorhome fahren. Für beide ist die Driver License der Class E erforderlich. Auf der Rückseite meiner DL (Class E) steht die Erläuterung: “Class E – Any non-commercial vehicle with a GVWR less than 26.001 lbs“.

GVWR ist das Gross Vehicle Weight Rating, also das zulässige Gesamtgewicht, und 26.000 lbs. sind umgerechnet 11,86 Tonnen. Für Europäer, die mit Grenzen von 3,5 und 7,5 t kämpfen, ist das nur schwer vorstellbar.

Um die Driver License zu erwerben, geht man zu einem der zahlreichen Driver License-Offices (z.B. in Florida 146 Stellen, Adressenlisten und Öffnungszeiten auf der o.g. website) und legt zunächst den deutschen Führerschein vor sowie den deutschen Pass mit dem Einreisestempel. Seit dem Sommer 2013 gibt es nicht mehr die grüne oder weiße Karte (I-94), die man schon im Flugzeug ausfüllte und von der bei der Einreise ein Abschnitt in den Pass geheftet wurde. Die Führerscheinstelle verlangt aber trotzdem das I-94. Daher muss man im Internet unter www.cbp.gov/I94 sein I-94 (mit Name, Geburtsdatum und Einreisedatum) aufrufen, ausdrucken und vorlegen. Es enthält das Ablaufdatum der Aufenthaltsberechtigung (drei Monate oder mit B-Visum sechs Monate). Die Driver License ist nämlich nur bis zum Ablaufdatum dieser Aufenthaltsberechtigung gültig.

Dann gibt man seine US-Adresse an. Allerdings verlangt das Florida Department of Highway Safety and Motor Vehicles einen US-Wohnsitz-Nachweis vor Erwerb einer DL und gibt dafür eine Auswahl von 20 möglichen Dokumenten an. Es dürfte aber auch für Touristen eine Chance geben, diese Hürde zu überwinden. So werden z.B. zwei Postsachen mit der US-Anschrift des (ausländischen) Antragstellers als Wohnsitznachweis akzeptiert.

Schließlich zahlt man eine Gebühr (fee; z.B. in Florida 48 $) und macht erst einen Sehtest.Dann folgt ein relativ kurzer Test (jeweils 20 Fragen zu Verkehrsvorschriften und zu Schildern; die richtige Antwort ist anzukreuzen), meist am Bildschirm. Wer mit mehr als fünf Fehlern bei 20 Fragen durchfällt, kann es einfach am selben oder am nächsten Tag wieder versuchen. Dieser Test kann in manchen Bundesstaaten in den verschiedensten Sprachen durchgeführt werden (in Kalifornien z.B. in 31 Sprachen (!), darunter deutsch). 

Schließlich wird der Bewerber fotografiert, das war´s schon. Eine Fahrprüfung ist für deutsche Staatsbürger nicht erforderlich. Die möglichen Fragen des Tests sind online verfügbar (Beispiel Florida Drivers Handbook), es gibt aber auch ein kostenloses Heft. Seine Kenntnisse schon mal testen kann man hier (Vorschriften) und hier (Schilder).

Die Behörde stellt zunächst nur eine vorläufige, 30 Tage gültige Driver License aus (ein Blatt, das man sofort mitnehmen kann), der endgültige US-Führerschein (Scheckkartenformat) wird gegen Ende dieser Frist an die angegebene Adresse geschickt. In der rechten unteren Ecke ist das Wort "Temporary" aufgedruckt.


Wenn kein großer Andrang herrscht, kann die ganze Sache in 30 Minuten erledigt sein. Sehr zu empfehlen ist,  vorher online einen
Termin zu machen.

Die Driver License ist bis zum Ablaufdatum der jeweiligen  Aufenthaltsberechtigung gültig, egal ob man sie am ersten Tag oder erst zwei Wochen vor Ablauf dieser Frist erwirbt.  Wenn ich also am 1. März eingereist bin und ein Sechs-Monats-Visum habe, steht in meinem Formular I-94 (s.o.) der 31. August als Ablauf meiner Aufenthaltsgenehmigung. Dieses Datum ist dann auch das Ablaufdatum der DL, egal, ob ich sie am 2. März oder erst am 12. August erwerbe, und völlig unabhängig davon, ob ich bis Ende August schon mehrfach wieder aus- und eingereist bin.

Die abgelaufene Driver License kann man anschließend jederzeit (also z.B. auch ein Jahr später) ohne Prüfung einfach erneuern, es wird nur ein Sehtest durchgeführt. Die Kosten betragen 48 $ zzgl. 15 $ "late fee" = 63 $ (der Verspätungszuschlag ist absolut unfair, denn als Ausländer habe ich keine Möglichkeit, vor Ablauf der Gültigkeit zu erneuern, s. voriger Absatz), ansonsten (Papiere, Fristen etc.) gilt das Gleiche wie beim ersten Erwerb. Die abgelaufene DL ist bei einer Erneuerung manchmal abzugeben, manchmal auch nicht (offenbar je nach office).

Der US-Führerschein ist nicht nur für eine Fahrzeugversicherung empfehlenswert, sondern auch im Alltag nützlich, da er Geld und Nerven spart. Man geht damit überall als US-Bürger durch, und z.B. in Florida gibt es manchmal Preisermäßigungen für Florida-Residents (Nachweis dafür: DL). 



Kauf eines Wohnmobils

Jetzt kann man auf die Suche nach einem Wohnmobil gehen. Wer die Anschaffung eines eigenen Motorhomes plant, hat in der Regel vorher schon einmal eins für einen Urlaub gemietet und eine Vorstellung davon, was er möchte. Wenn nicht, sollte er das unbedingt tun.

- Wohnmobil-Typen

In den USA werden drei Sorten von Wohnmobilen unterschieden: Die A-Class (in Deutschland = Integrierte), die C-Class (Alkoven) und die B-Class (ausgebaute Kastenwagen). Seit ein paar Jahren gibt es auch Teilintegrierte, die oft als B+ bezeichnet werden. Einen Überblick aller Fahrzeuge einschließlich Anhänger in englischer Sprache enthält der RV Buyers Guide.

Die weitaus meisten Motorhomes haben großvolumige Benzinmotoren (Verbrauch 25-30 Liter/100 km oder nach amerikanischer Rechnung 7-11 miles/gallon). Dieselmotoren finden sich nur in den großen "Diesel-Pushers" (ab rd. 34 Fuß Länge), die im Neupreis i.d.R. über 100.000 Dollar liegen. Neuerdings gibt es auch ausgebaute Kastenwagen mit Dieselmotor (z.B. Sprinter), die mit einem Neupreis ab rd. 80.000 US$ teurer sind als viele der verbreiteten Motorhomes. Ohnehin relativiert sich die Verbrauchsersparnis bei Dieselmotoren dadurch, dass Diesel in den USA teurer ist als Benzin (hier eine sehr detaillierte aktuelle Übersicht über
Benzinpreise).

Im Allgemeinen wird man als Ausländer mit einem begrenzten Zeithorizont daher wohl ein gebrauchtes Fahrzeug mit Benzinmotor auswählen.

- Angebot und Preisverhandlung

Einen guten Angebotsüberblick bieten Börsen im Internet wie
RV Trader Online
RV Search  und RVClassified.

Von Privat wird man günstiger kaufen können als von einem Händler, dafür haben die Händler ein umfangreiches Angebot und bequeme Öffnungszeiten. In beiden Fällen haben die Preise meist viel Luft, handeln wie auf einem orientalischen Basar ist durchaus üblich. Im Falle eines Eintauschs bleibt der Händler meist hart beim Kaufpreis, legt aber in der Verhandlung mehrfach drauf für den Alten. Wer nur kauft, kann das beim Kaufpreis rausholen. Auf jeden Fall sollte man mehr als ein Angebot prüfen.


Um herauszufinden, ob der Preis eines Gebrauchten realistisch ist, sollte man den
NADA-Guide benutzen. Dort lässt sich anhand von Modell, Baujahr, Ausstattung und Meilenstand der ungefähre Marktwert eines angebotenen RV's ermitteln.

Ich habe vor einigen Jahren ein paar Mal bei verschiedenen Händlern geübt, bis ich ein anderes Motorhome gekauft habe. Jedes Mal machte der jeweilige Händler zunächst bei seinem Fahrzeug einen eher geringen Preisabschlag, erhöhte dann aber sein Angebot für meinen Alten.
Im Frühjahr 2013 habe ich das derzeitige Motorhome von Privat gekauft.

- Zahlung

Der Verkäufer wird verständlicherweise weder eine Kreditkarte noch einen Scheck akzeptieren. Ich habe von Käufern gehört, die vorab den Kaufpreis an den Händler bzw. Verkäufer überwiesen haben (hmm...).

Eine verbreitete Zahlungsform, die dagegen dem Sicherheitsbedürfnis beider Parteien Rechnung trägt, ist der
cashier´s check. Der Kaufpreis geht an eine Bank (bzw. sie zieht ihn ggfs. vom Konto des Käufers ein), die den Betrag blockiert und gegen relativ geringe Gebühr einen Scheck ausstellt, der dann vom Verkäufer nach Abwicklung des Geschäfts problemlos eingelöst werden kann.

 

Kfz-Versicherung USA

Das Fahrzeug wird auf den Käufer nur zugelassen mit einem Versicherungsnachweis. Daher geht man zunächst auf die Suche nach einer Versicherung. Der Versicherungsagent will zuerst die Driver License sehen, die meisten versichern sonst gar nicht. Es gibt auch Versicherungen, die gegen Vorlage eines internationalen Führerscheins versichern, allerdings nur mit einem ganz erheblichen Prämienaufschlag. Manche Versicherungen befristen das auf ein Jahr; dann muss eine US Driver License vorgelegt werden, sonst wird die Versicherung nicht verlängert.

Versicherungen, die auch Motorhomes im Besitz von Ausländern versichern, sind u.a. 
Progressive und State Farm, möglicherweise gibt es weitere. Bei beiden Unternehmen läuft die Versicherung ein Jahr, auch wenn der Wagen monatelang im storage steht. Man kann dann aber für die storage-Zeit die Deckungssummen auf ein Minimum reduzieren (und damit für diesen Zeitraum die Prämie verringern).

Die Kfz-Versicherung ist ausnahmsweise mal etwas, was in den USA komplizierter ist als in Deutschland. Da gibt es nicht einfach Haftpflicht und Kasko, sondern die Versicherung setzt sich aus folgenden Einzelpositionen zusammen (ich verwende die deutschen, z.T. nicht ganz treffenden Bezeichnungen): Haftpflicht (liability) Personenschaden, Haftpflicht Sachschaden, Vollkasko (collision), Teilkasko (comprehensive), Diebstahl, Versicherung gegen nicht oder zu gering haftpflichtversicherten Unfallgegner, evtl. noch ein paar andere.


Nicht gerade erleichtert wird die Sache dadurch, dass bei fast allen genannten Positionen Versicherungssumme (limit) und Selbstbeteiligung (deductible) in Stufen wählbar sind, was natürlich die Prämienhöhe beeinflusst.


Man sollte sich also für den Besuch bei einem Versicherungsagenten etwas Zeit nehmen, zunächst ein Angebot machen lassen und eine Nacht darüber schlafen, welche Deckung (limits) und Selbstbeteiligungen (deductibles) zu welchen Prämien man wirklich möchte. Es lohnt sich unbedingt, Prämien verschiedener Versicherungen zu vergleichen (und zwar bei jeweils einem anderen Versicherungsagenten !!).

Noch eine wichtige Information: Kfz-Versicherungsprämien sind in der Regel Prämien für sechs Monate, also ein halbes Jahr, nicht Jahresprämien wie in Deutschland üblich. Für die jährlichen Kosten muss man also die vom Agenten genannten Beträge verdoppeln. Wohnmobile werden dagegen meist (aber nicht immer) mit Jahresverträgen versichert.
Diese wichtige Frage sollte man eindeutig klären.

Um eine ungefähre Vorstellung von den Kosten zu vermitteln: Ich bezahle für eine eher sparsame als "vollkasko-orientierte" Versicherung, die alle o.g. Positionen umfasst, mit Summen zwischen 100.000 und 300.000 $ (Haftpflicht Personen) und Selbstbeteiligungen von jeweils 500 $ eine Prämie von rd. 500 $ pro Jahr (bei State Farm), wobei fast die Hälfte auf die Kaskoversicherung des Motorhomes entfällt. Bei (wohl nicht empfehlenswerten) Minimaldeckungen (10.000 bzw. 20.000 $) läge die Jahresprämie bei rd. 200 $. Ein "Anfänger" (auch wenn er in Europa 40 Jahre unfallfrei gefahren ist, das interessiert leider niemanden) mit einem internationalen Führerschein (also ohne US-DL)
muss für eine umfassende Versicherung mit 500.000 US$ Deckung bei "Progressive" mit rd. 1.200 US$ Jahresprämie rechnen (April 2013).

 

Kfz-Zulassung USA

Kauft man ein Motorhome bei einem Händler, wird dieser vielfach die Zulassung gegen Gebühr vornehmen. Der Käufer kann es aber auch selbst tun, beim Kauf von Privat muss er es ohnehin. Die Zulassungsstellen in allen US-Staaten sind über die website der DMV  zu finden.

- Papiere

Vergleichbar mit der deutschen Zulassungsbescheinigung Teil II (früher Kfz-Brief) ist in den USA ein "certificate of title", allgemein nur title genannt. Der Käufer erhält ihn vom Vorbesitzer und muss ihn bei der Zulassung vorlegen. Er selbst erhält dann, wiederum per Post (oder gegen ein paar Dollar Gebühr auch sofort), einen neuen Title.

Beim Kauf von Privat gehen am besten Käufer und Verkäufer zusammen zur Zulassungsstelle, denn beide müssen ihre Personalpapiere vorlegen (a
ls Ausweis ist hier die DL -s.o.- am günstigsten, da sie bereits die Adresse des neuen Halters enthält) und den alten Title unterschreiben. Vorher tragen sie beide Namen, die Adresse des Käufers, den Kaufpreis (zur Bestimmung der sales tax) und den aktuellen Meilenstand ein. Der Käufer muss einen Versicherungsnachweis vorlegen. 

- Zulassungs-Gebühren

Die Zulassungsgebühr beträgt z.B. in Florida rd. 225 US$.

Es gibt Service-Firmen, die für ihre Kunden die Zulassung eines Fahrzeugs an ihrem Firmensitz übernehmen. Dabei geben sie die Firmenanschrift als Anschrift des Fahrzeug-Eigentümers an. Eingehende Post wird gesammelt und dem Kunden nachgeschickt.

Eine solche Firma ist American Home Base Inc. in Pensacola, Florida. Der Kunde kann in jedem US-Staat ein Fahrzeug kaufen und braucht nie selbst in Florida zu sein. Der Fahrzeugkäufer (oder ggf. der Händler) sendet die nötigen Unterlagen an die Firma, diese meldet das Fahrzeug im Namen des Eigentümers an ihrer Adresse an. Sie sammelt alle eingehende Post und sendet sie auf Wunsch nach (die Nachsende-Anschrift kann z.B. ein campground sein, auf dem der Kunde sich ein paar Tage aufhält). Der Kunde muss zunächst einen Nachsende-Auftrag erteilen (Kosten 180$ jährlich zzgl. Postgebühren für die Nachsendung); für eine Fahrzeug-Zulassung gibt die Firma telefonisch Kosten von rd. 370$ an. (Stand Januar 2008)

Ob man den Service einer solchen Firma in Anspruch nehmen möchte, ist sicher Ansichtssache.

Die Behörde erhebt eine Jahresgebühr (vergleichbar mit der deutschen Kfz-Steuer); sie liegt in den einzelnen Staaten zwischen rd. 60 (Florida 90) und mehreren hundert Dollar. In manchen Staaten (z.B. Utah, Arizona) unterliegt ein Motorhome einer "property tax", die sich nach Wert und Alter des Fahrzeugs richtet und bis zu 500 US$ jährlich betragen kann.

Fällig ist die Jahresgebühr jährlich am Geburtstag des Eigentümers. Bei der Zulassung wird die erste Jahresgebühr in voller Höhe erhoben, auch wenn der nächste Geburtstag schon im folgenden Monat ist und dann die nächste Gebühr fällig ist.


Der dickste Brocken ist die sales tax, die auf den Kaufpreis erhoben wird. Diese sales tax liegt in den US-Bundesstaaten zwischen 3 und 7% (Übersicht hier). Hinzu kommt häufig eine local tax (county oder city tax). Lediglich Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire  und Oregon erheben keine sales tax, allerdings gibt es auch dort zum Teil eine county oder city sales tax. Der fehlende Steueraufschlag wird in diesen Regionen auch gern schon vom Verkäufer im Verkaufspreis "abgefedert".

Alle aufgezählten Gebühren sind sofort bei der Zulassung zahlbar. Die Zahlung kann bar erfolgen; bei Zahlung mit einer Kreditkarte wird in Florida ein Aufschlag von rd. 2,5% erhoben ("convenience fee"). Über die Akzeptanz der verschiedenen Zahlungsmittel in anderen US-Staaten besitze ich leider keine Information. Ich empfehle, sich vorher bei der Zulassungsstelle zu erkundigen.


- Kfz-Kennzeichen USA

Die Zulassungsstelle händigt das Nummernschild sofort aus. Falls man sich ein persönliches Kennzeichen aussucht (s. nächsten Abschnitt) oder bei Zulassung durch einen Händler erhält man zunächst nur ein vorläufiges Kennzeichen (30 Tage gültig), das endgültige kommt mit der Post.

Anders als in Deutschland kann man sich in den USA sein
Kfz-Kennzeichen vollständig aussuchen. Dabei ist jede Kombination von Buchstaben und Ziffern (oder auch nur eins davon) möglich. Voraussetzung ist, dass es höchstens sieben Stellen sind (plus ggfs. ein Leerzeichen) und natürlich das Kennzeichen im jeweiligen Bundesstaat noch nicht vergeben ist.

Sehr beliebt sind Namen, auch zwei sind möglich (mit Leerstelle dazwischen, z.B. ROLF EVA). Man kann auch seine Hobbies oder sonstige Vorlieben auswählen; wie wäre es mit SCHALKE bzw. MAINZ05 oder ALAAF bzw. HELAU ? In der Regel ist die Suche nach verfügbaren Kennzeichen online möglich.
Diese sogenannten "personalized tags" kosten 12 Dollar zusätzlich bei der Jahresgebühr.

 

Das Wohnmobil abstellen (Storage)

Und wenn man dann als glücklicher Eigentümer das Motorhome zwischen den Reisen irgendwo abstellen will ? Viele Campgrounds haben eine meist separat eingezäunte "storage area". Außerdem gibt es Firmen, die Abstellplätze im Freien, unter Dach oder in Hallen anbieten. Sie sind im Internet oder in den "Yellow Pages" unter "Storage" oder "RV Storage" zu finden. Die Preise fangen etwa bei 40 $ monatlich an, können bei Hallenplätzen in attraktiven Regionen aber auch mehr als das Sechsfache erreichen.

Ein paar Beispiele aus dem Raum Orlando/FL (Stand jeweils Januar 2013): www.boatrvautostorage.com ($2,50 pro Fuß draußen, $7,00 pro Fuß in der Halle, jeweils zuzüglich 6,5% tax; das sind bei 30 ft. 80 US$ bzw. 224 US$ monatlich); www.adulttoystorage.com ($90 monatlich für 37 ft. im Freigelände, $295 in der Halle); www.autoboatstorage.com ($300 monatlich für 37 ft. plus Pkw in der Halle); www.pleasanthillselfstorage.com (unter einem 12x30 ft. Dach - der Rest steht dann im Freien - $159 bzw. 12x90 Freigelände $99, jeweils zzgl. 7% tax). Es gibt auch einfache storage-Plätze für pauschal 50 US$ monatlich.

Natürlich empfiehlt sich ein Abstellplatz in der Nähe eines internationalen Flughafens. Der Süden der USA hat dabei den Vorteil, dass der Wagen nicht für den kalten Winter vorbereitet werden muss und jederzeit abfahrbereit ist (ein schönes Gefühl).


Autor: Wolfgang Müller, Osceola, Florida


Letzte Aktualisierung: April 2013 (Versicherung, Zulassung)


P.S.: Ich bin dankbar für jeden Hinweis auf einen Fehler, für Ergänzungen oder Aktualisierungen oder einfach einen Kommentar. Bei Unklarheiten beantworte ich gern Fragen.